Wer die Nachtigall stört

Das aufgeweckte Mädchen Jean Louise, genannt Scout, wächst mit ihrem älteren Bruder Jem in Maycomb, einer kleinen Stadt in Alabama der 1930er Jahre, auf. Scout erzählt die Geschichte, die in einem Sommer begann und im darauf folgenden Sommer endete.

Beschreibung

Das aufgeweckte Mädchen Jean Louise, genannt Scout, wächst mit ihrem älteren Bruder Jem in Maycomb, einer kleinen Stadt in Alabama der 1930er Jahre, auf. Scout erzählt die Geschichte, die in einem Sommer begann und im darauf folgenden Sommer endete.

Es ist die Zeit der Depression, aber trotz der wirtschaftlichen Not im heißen Sommer des amerikanischen Südens wachsen die Kinder vergnügt und behütet auf. Die Welt der beiden Geschwister wird von ihrem alleinerziehenden Vater, dem Abgeordneten und Anwalt Atticus Finch, zusammengehalten. Atticus ist für die Kinder Freund, Vertrauter, Lehrer und Autorität. Bereichert wird die Gedankenwelt der Kinder durch den mysteriösen Nachbarn Arthur „Boo“ Radley, der nie das väterliche Haus verlässt und den die Kinder daher noch nie zu Gesicht bekommen haben. Das regt die Phantasien der Kinder an. Als Mutprobe gilt es, an sein Haus anzuklopfen. Doch immer wieder finden sie kleine Geschenke in einem hohlen Baumstamm nahe Boos Haus.

In diese Kindheitsidylle dringt langsam die intolerante Welt des Rassismus ein. Atticus Finch, aufrecht und vorurteilslos, wird vom Richter zum Pflichtverteidiger des schwarzen Farmarbeiters Tom Robinson berufen, der beschuldigt wird, die weiße Mayella Ewell, Tochter des bitterarmen Landarbeiters Bob Ewell, vergewaltigt zu haben. Bereits vor Prozessbeginn belästigt und bedroht Bob Ewell Atticus Finch und beschimpft ihn als „Niggerfreund“. Die Mehrheit der Weißen nimmt Tom nur als Teil der abgelehnten schwarzen Minderheit wahr. Atticus wird von vielen seiner Mitbürger aufgrund seiner Einstellung, dass ein Schwarzer die gleichen Rechte wie ein Weißer besitze, angefeindet. Diese Ablehnung bekommen auch seine Kinder zu spüren. Atticus beschwört seine Kinder, sich nicht provozieren zu lassen. In diesem Umfeld von Vorurteilen und Intoleranz versucht Atticus, seinen Kindern auf dem Weg ins Erwachsenwerden beizustehen. In der Nacht vor dem Prozess postiert sich Atticus vor dem Gefängnis, um einen Lynchmob davon abzuhalten, Robinson zu ermorden. Die Kinder sind ihrem Vater nachgegangen. Als Scout einen der Männer, den sie kennt, anspricht, kehren die Männer schließlich um.

Während des Prozesses sitzen Schwarze und Weiße getrennt im Zuschauerraum. Atticus kann die Unhaltbarkeit der Vorwürfe relativ leicht nachweisen. Die Verletzungen Mayellas können ihr unmöglich von Tom beigebracht worden sein, da dieser nur seine rechte Hand gebrauchen kann. Tom sagt aus, dass Mayella versucht habe, ihn zu verführen. Als der Vater wütend hinzukam, sei er so schnell wie möglich verschwunden. Dennoch beugt sich die Jury, die nur aus weißen Männern besteht, dem ungeschriebenen Gesetz, dass der Aussage eines Schwarzen gegenüber der eines Weißen nicht zu glauben sei, und spricht den Angeklagten schuldig. Atticus will in die nächste Instanz gehen. Robinson wird kurz darauf bei einem Fluchtversuch erschossen.

Aufgrund seines engagierten Einsatzes für Tom Robinson hat sich Atticus Finch den Hass des im Prozess bloßgestellten Bob Ewell zugezogen. Nachdem der friedliebende Atticus sich von dem hasserfüllten Mann nicht provozieren lässt, versucht dieser, sich schließlich an den Kindern zu rächen. Er lauert ihnen eines Abends im Dunkeln auf, wird aber im Gerangel von einem Unbekannten erstochen, der den Kindern zu Hilfe geeilt ist. Es stellt sich heraus, dass der menschenscheue Boo Radley der Retter ist. Um ihn nicht der kollektiven Neugier der Kleinstadt auszusetzen, beschließen Atticus und der Sheriff, dass der Tod Ewells als Sturz des Täters ins eigene Messer dargestellt werden soll.

Scout kommentiert dieses Verschweigen mit der Bemerkung, dass Boo genau wie eine Nachtigall nicht gestört werden darf. Dieser späte Bezug auf den Filmtitel stammt vom Verbot Atticus’ an seine Kinder, die Nachtigall (im Original allerdings ein „Mockingbird“, eine Spottdrossel) zu jagen, weil sie nur schön singt und keinen Schaden anrichtet.

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Wer die Nachtigall stört - Trailer (dt.)


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Zusätzliche Information

Louise “Scout” Finch :

Der Schluss :

Nachbarn bringen einander kleine Geschenke…etwas zur Stärkung, wenn einer krank ist, Blumen, wenn einer stirbt, dazwischen mal eine andere Kleinigkeit.
Boo war unser Nachbar…er schenkte uns 2 Seifenpuppen, eine alte Uhr, die manchmal sogar noch ging, ein paar Glaskugeln und…unser Leben.
Einmal hatte Atticus gesagt : man kennt einen Menschen erst dann, wenn man in seine Haut geschlüpft ist und darin umher gegangen ist.
Uns genügte es jetzt schon, mal auf Radley's Veranda zu stehen…
Der Sommer, der vor so langer Zeit begonnen hatte, war vorüber…ein anderer Sommer war gekommen, dann ein Herbst und mit ihm…Boo Radley.
Ich muss oft an diese Tage denken..an Jem, an Dill, an Boo Radley und Tom Robinson…und an Atticus.
Er würde jetzt die ganze Nacht in Jem's Zimmer sitzen und er würde da sein, wenn Jem am Morgen erwachte.

Infos

Deutscher Titel : Wer die Nachtigall stört
Originaltitel : To Kill a Mockingbird
Produktionsland : Vereinigte Staaten
Originalsprache : Englisch
Erscheinungsjahr : 1962
Länge : 129 Minuten
Altersfreigabe : FSK 12
Regie : Robert Mulligan


BESETZUNG

Gregory Peck: Atticus Finch
Mary Badham: Louise “Scout” Finch
Phillip Alford: Jem Finch
John Megna: Dill Harris
Frank Overton: Sheriff Heck Tate
Brock Peters: Tom Robinson
Estelle Evans: Calpurnia
Paul Fix: Richter Taylor
Robert Duvall: Boo“ Radley
Ruth White: Mrs. Dubose
William Windom: Ankläger Gilmer
u. a.

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  1. Bewertet mit 5 von 5

    Eine zentrale Aussage des Films charakterisiert die Geschichte vielleicht am besten. Als Scout sich mit einem Jungen geprügelt hat und nicht mehr in die Schule gehen will, weil die Lehrerin mit ihr geschimpft hat, sagt Finch zu seiner Tochter:
    „Ich werde dir jetzt einen schönen Trick sagen. Damit kommst du mit allen möglichen Leuten viel besser aus. Du verstehst einen Menschen erst richtig, wenn du die Dinge oder was es gerade ist, auch mal von seinem Standpunkt aus betrachtest, wenn du mal in seine Haut kriechst und darin herum spazierst.“
    Diese Aussage und die Tatsache, dass der Film in einer Zeit gedreht wurde, in der die Diskriminierung der afroamerikanischen Einwohner der Staaten ganz andere Ausmaße hatte als heute, machen „To Kill a Mockingbird“ zu einem mutigen Zeugnis der amerikanischen Filmgeschichte, dessen Aussagen allerdings über die konkrete Geschichte hinaus auch heute noch Gültigkeit besitzen…

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