Heini, wir gehen zu Bett…

Jo
Von Bundesarchiv, Bild 146-1994-034-22A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Von Bundesarchiv, Bild 146-1994-034-22A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de

Mit seinen zahllosen verbalen Fehlgriffen trieb er in den 60er Jahren seine Parteifreunde in den Wahnsinn, und 1965 schrieb der Spiegel: »Irgendwer muss Frau Lübke auch sagen, dass sie auf Staatsbesuchen ihren Mann nicht mit dem Ruf ›Heini, wir gehen zu Bett‹ ins Quartier beordern kann.

Vor allem in der zweiten Amtszeit häuften sich rhetorische Missgriffe Lübkes, deren Zustandekommen auch darauf zurückzuführen war, dass er trotz vorhandenem Redemanuskript oft frei sprechen wollte. 
Sie entwickelten sich zum Politikum. 
Zahlreiche Journalisten begleiteten ihn oft nur deshalb auf seine vielen Auslandsreisen, um derartige Fehlleistungen mitzubekommen.

Zu einer Modernen Sage entwickelte sich der unbelegte Ausspruch “Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger”, den Lübke angeblich auf einer Afrikareise 1962 benutzt haben soll. 
Er fand ein starkes Echo in der deutschen Kabarett-Szene. 
Aufgrund des dem Bundespräsidenten daraufhin entgegenschlagenden Spotts entschied der Bayerische Rundfunk, die Vorstellungen der Münchner Lach- und Schießgesellschaft nicht weiterhin live zu übertragen.

Richtig ist, dass Lübke in Tananarive, der Hauptstadt Madagaskars, das Präsidentenpaar mit den Worten :

“Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Tananarive” grüßte….aber :

Heinrich Lübke war, als er Bundespräsident wurde, bereits ein schwerkranker und bedauernswerter Mensch, der vom greisen Adenauer ins Amt gedrängt wurde, als dieser erkannt hatte, dass der von ihm angestrebte Posten doch nur wenig Einflussmöglichkeiten bot.
Ruth Brandt schreibt in ihrer Biographie, dass das Ehepaar Lübke außergewöhnlich liebenswürdig gewesen ist.
Wilhelmine Lübke, über die seinerzeit viel gespottet wurde, war eine hochintelligente Dame.
Bei den Verhandlungen für die Ostverträge hatte Wilhelmine Lübke für Willy Brandt gedolmetscht, ob der Brisanz der geheimen Inhalte wurde kein Dolmetscher hinzugezogen.
Frau Lübke sprach u.a. perfekt russisch.
Anzumerken bleibt vielleicht noch, dass die damalige Bundesrepublik, wo der Bundespräsident in der Villa Hammerschmidt residierte und der Bundeskanzler seinen Amtssitz im Palais Schaumburg hatte, etwas bescheidener, dafür wesentlich sympathischer gewesen ist, als heute, wo die Pfarrerstochter im gigantischen Kanzleramt und Hochwürden Steinmeyer im Schloss Bellevue ihre Amtssitze haben.

Hier nun einige Auszüge aus seinen berühmtesten Reden… :

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