Die Ära der Gaukler…

Grip


In früheren Jahrhunderten waren die Gaukler noch Artisten, Komiker und Clowns mit besonderen Fertigkeiten sportlicher Art, die Kunststücke beherrschten und mit diesen die Menschen meistens auf offenen Plätzen wie der Straße unterhielten.

Sie galten als unehrliches Fahrendes Volk  und  standen deshalb außerhalb der gesellschaftlichen Standesordnung und hatten keine rechtliche, kirchliche oder soziale Geltung.

Gesetzestexte wie Sachsenspiegel und Schwabenspiegel, aber auch Stadtrechte schützten weder das Leben der Fahrenden noch ihre Unversehrtheit oder ihr Eigentum.

Doch haben es die Gaukler schon seit langer Zeit geschafft, sich zu entstigmatisieren.

Die Gaukler unserer Zeit geniessen nicht nur hohes rechtliches, kirchliches und ( manchmal recht fragwürdiges ) soziales Ansehen, sondern sie stehen auch scheinbar über den Gesetzen und sind sogar legitimiert, dem Souverän etwas und manchmal auch recht viel vorzugaukeln.
Nur manchmal, allerdings recht selten stolpert so ein buntgewandeter Gaukler über seine eigenen Taschenspielereien und verrät damit ungewollt und sehr zum Ärger seiner Zunft die Kniffe und Tricks, die gemeinhin zum Handwerkszeug der Gaukler zählen : 
das geneigte Publikum immer verzaubern und es nicht unnötig neugierig oder gar neidisch machen, kein Rad zuviel schlagen ( schon garnicht abseits der Bühne ),  stets muss am Ende und für jeden gut sichtbar ein Kaninchen aus dem Hut springen und keine Kröte und…niemals zu nahe an den Souverän herantreten, da dieser ihm sonst ein Bein stellen könnte…

Der Gaukler Hieronymus BoschWer aber glaubt, dass nun Schimpf, Schande und  Büssergewand auf den Gefallenen warten der irrt gewaltig, denn nicht er hat sich vergaukelt, sondern der Souverän wollte es partout nicht akzeptieren, dass auch Kröten manchmal als Kaninchen zu gelten haben und das man einem Gaukler in Ausübung seiner “Kunst” eben kein Bein zu stellen hat.

Und so darf der Gefallene trotz schlechtester Darbietung den Hut herumgehen lassen und ein jeder muss seine Münzen hineinwerfen, denn nicht seine  miese und mißglückte Vorstellung steht hier am Pranger, sondern der allzu neugierige und respektlose Souverän…


In diesem Sinne : Gesehen und gezeichnet !

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